Rote Haare
Wenn man sich mal umsieht, ist es offensichtlich: naturrote Haare sind wirklich eine Seltenheit. Selbst in England, der vermeintlichen Geburtsstätte der „Rotköpfe“ ist die Tendenz sinkend. Studien zufolge darf gerade mal 1% der gesamten Weltbevölkerung mit roten Haaren herumlaufen, ohne bei der Farbe etwas nachgeholfen zu haben. Nun gibt es eine neue Studie, nach der dieser Trend schon bald das Ende der Rothaarigen bedeuten soll! Gerade einmal 93 Jahre gibt die Studie den naturroten Haaren noch, dann soll diese wunderschöne Rasse Mensch ausgestorben sein! Und, auch wenn es wehtut, so abwegig ist der Gedanke ist: Tut sich ein rothaariger mit einem nicht-rothaarigen zusammen, erben die Kinder so gut wie nie die roten Haare. Dagegen wollen ein paar eingefleischte Rothaarige vorgehen und haben eine Facebook-Gruppe gegründet, die dem Überleben der roten Haare dienen soll, indem sie naturrote Köpfe zusammenbringt. Diese sollen sich dann bitte schön vermehren und so die Erhaltung der Art sichern…Wünschenswert wärs ja, aber ob das so klappt? Nicht, dass naturrote Haare nicht bezaubernd und deren Träger überaus liebenswert wären, aber das mit der lieben Liebe und der Ehe und den Kindern soll ja so schon schwer genug sein, ob man sich da bei der Wahl des Partners wirklich auf eine Minderheit beschränken sollte, die gerade einmal 1% der Weltbevölkerung ausmacht? Vielleicht hat die Evolution ja auch so ein Einsehen und lässt das rote haar doch noch ein paar Jahrzehnte länger sprießen. Ansonsten bleibt den Menschen im neuen Jahrhundert ja immerhin noch das Henna. Rotgefärbte Haare sind ja auch nicht ganz verkehrt.
Warum gibt es rote Haare?
Man sieht zwar immer öfter, Menschen mit roten Haaren, aber wirklich nur ein Bruchteil davon hat wirklich von Geburt an rote Haare. Rote Haare sind so selten, dass man früher die Frauen, die diese Haarfarbe besaßen, für Hexen hielt und diese tötete.
Genau genommen sind gerade mal zwei Prozent der gesamten Weltbevölkerung rothaarig und damit sieht sich childrentooth.de schon auf verlorerenen Posten, denn sie gehört auch zu den den Rothaarigen. Im Artikel heißt es weiter, dass gerade mal vier Prozent der Menschen das Rothaar-Gen in sich tragen. Da möchte man doch hoffen, dass noch ein paar mehr rothaarige Babys geboren werden, hat sich das Schönheitsbild von damals doch glücklicherweise gewandelt und besonders rothaarige Frauen werden oft als attraktiv empfunden.
Doch warum gibt es zwischen den ganzen hell- und dunkelhaarigen Menschen auch rothaarige? Für die Farbe der Haare ist der Farbstoff Melanin verantwortlich. Beim Menschen kommt dieses Pigment in zwei Varianten vor. Die eine Variante ist für die schwarzen und braunen Farbtöne verantwortliche und die andere Variante ist für blond und rot zuständig.
Bei fast allen Menschen kommen beide Farbstoffe vor, doch setzt sich für gewöhnlich der dunklere durch. Sieht man es wissenschaftlich, dann sind rote Haare ein Gendefekt. Eumelanin heißt das Pigment, was für die dunke Färbung zuständig ist, das wird wiederrum durch ein bestimmtes Gen gesteuert, was bei Rothaarigen allerdings funktionslos ist. Also Folge davon überwiegt das Pigment für die roten und hellen Haare, weshalb neben dem roten Haar dann auch helle Haut und viele Sommersprossen beschert.
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Rote Haare sind durch eine bestimmte Variation auf dem Chromosom 16 bedingt. Dadurch kommt es zu einer Veränderung des Proteins MC1R, dies hat wiederum zur Folge, dass sich statt sich besonders viel des Pigments Phäomelanin in den Haaren befindet. Daneben ist das Pigment auch in der Haut und in den Augen vorfindbar, weshalb diese Menschen auch eine hellere Haut und zahlreiche Sommersprossen haben.
Rote Haare sind im Gegensatz zu blonden oder dunklen Haaren wenig verbreitet. Beispielsweise gibt es in Deutschland nur rund 2 % Menschen, die rote Haare von Natur besitzen. Auch in den USA oder England sind Rothaarige nur zu 4 % vertreten. Das Land mit der höchsten Dichte an Menschen mit roten Haaren ist Schottland, dort sind es immerhin 14 % der Bevölkerung. Die meisten Rothaarigen sind in Nordeuropa zu finden, während ihr Anteil auf anderen Kontinenten verschwindend gering ist.
Eine Besonderheit der roten Haare ist die geringere Haaranzahl, die diese Menschen aufweisen. So haben Rothaarige im Durchschnitt nur etwa 85 000 bis 90 000 Haare, während Blonde oder auch Brünette hierbei einen Wert von mindestens 100 000 besitzen. Keinen Unterschied gibt es aber beim Thema natürlicher Haarausfall, denn dieser liegt bei rotem Haar bei bis zu 100 Haaren am Tag und unterscheidet sich somit nicht von den anderen Haarfarben. Rotes Haar ist aber im Vergleich zu anderen Haarfarben in der Struktur dicker aufgebaut.
Rothaarig zu sein war in vergangenen Jahrhunderten oftmals mit Diskriminierungen verbunden. So wurden Frauen mit roten Haaren oftmals verdächtig, dass es sich bei ihnen um Hexen handelt. Diese Überzeugung speist sich aus alten keltischen Schriften, in denen die Hexen immer mit roten Haaren beschrieben wurden.
Andererseits waren rote Haare, beispielsweise bei den Römern, sehr beliebt und wurden als besonders schön und geheimnisvoll angesehen. Viele römische Frauen waren davon sogar so sehr angetan, dass sie die Haare der germanischen oder keltischen Gefangenen abschneiden ließen, um sich daraus Perücken anfertigen zu lassen.
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